Ein Bericht von Tobias Herz:

“Wo die Fische herkommen, das ist Haidenaab, ein kleines Dorf mit ca. 200 Einwohnern in der Oberpfalz  (eigentlich Oberfranken, aber die mögen das nicht, wenn Du das zu denen sagst, weil das alles Oberpfälzer sind, denen im Zuge der Gebietsreform ihre Oberpfalz genommen wurde). Da holt mein Opa mit der Familie Kopetz schon seit 30 Jahren unseren jährlichen Karpfenbesatz. Seit 6 Jahren fahr’ ich da auch jedes mal mit. Haidenaab ist auch der Geburtsort meiner Oma, und unsere Verwandtschaft lebt dort.

Wir haben heuer 6 Zentner Karpfen, 20kg Schleien, 6 Hechte und mehrere 1.000 kleine Schleien geholt und in den Weihern 1-3 sowie den Isarkanal eingesetzt.”
 

Zum Ablauf der jährlichen Aktion: Am Vortag wird der Anhänger mit den Fischbehältern und der Sauerstoffversorgung sowie das Auto mit der nötigen Ausstattung zum Setzen der Fische (Kescher, Bottiche, Eimer, Kalk zum Schutz vor Fischegeln) ausgerüstet, um am nächsten Morgen pünktlich um 06:00 Uhr die 250 km lange Fahrt anzutreten. Parallel zu unserer Anfahrt wird in der Oberpfalz durch die Familie Scherm mit vielen Helfern aus dem Dorf der Weiher, der seit 5 Tagen abgelassen wird, abgefischt. Wenn wir dann nach 3 Stunden Fahrt (dem Anhänger geschuldet) in Haidenaab ankommen, gibt es eine Stärkung am Lagerfeuer, sowie Getränke und eine kleine "Wärmung von innen". Dann geht es los: Die zuvor aus dem Weiher gefangenen Fische werden nun in unseren Behälter, den wir zuvor mit der Pumpe mit Wasser befüllt hatten,  umgesetzt. Dann geht es schnell weiter, weil wir jetzt die Fische zu unseren Gewässern bringen müssen. Hier geht unsere jährliche Runde zuerst über den Isarkanal, dann der Weiher 3, danach Weiher 2 und als letztes Weiher 1. Wenn dann die Fische so, wie zuvor mit dem Gewässerwart besprochen, verteilt sind, wird noch der Anhänger abgeladen, und alles wieder im Geräteraum am Fischerheim aufgeräumt - und dann ist der Karpfenbesatz für dieses Jahr erledigt.”